Süßigkeitenautomat

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Projektübersicht
Projektbeginn: Februar 2012
Projektende:  -
Initiator: Florian
Beteiligte:  -

Es entsteht ein kleiner Süßigkeitenautomat, damit wir wieder Süßigkeiten anbieten können, ohne die subventionieren zu müssen...

Geldannahme

Für die Münz- und Geldscheinannahme verwenden wir fertige Prüfer. Die arbeiten zuverlässig, sind gebraucht auch nicht übermäßig teuer und wir sparen uns die Arbeit und vor allem die Zeit, uns eigene (womöglich unzureichende) Prüfmechanismen auszudenken. Allerdings ist das leichter gesagt als getan. Die Welt der Münz- und Banknotenprüfer ist so eine Sache für sich. Meistens findet man keine Datenblätter. Wenn man doch zufällig eins findet, beschreiben seltsame Firmen aus Buxtehude in sehr eigenartiger Sprache alle anderen Prüfer aus der gleichen Serie und erzählen von Funktionen, die in unserem Prüfer natürlich nicht existieren. Es gibt Prüfer mit parallelem und welche mit seriellem Anschluss, die die unterschiedlichsten Protokolle sprechen. Manche Funktionen kann man über DIL-Schalter umschalten und wieder andere lassen sich nur durch den Service umprogrammieren. Grundsätzlich soll man den Prüfer also nur als Modul betrachten, das in den Automaten eingebaut wird und dann hoffentlich funktioniert. Es folgt nun also eine Odysse ins Reich der Akzeptoren.

Münzprüfer

NRI G-13.7001

Wir haben einen Münzprüfer G-13.7001 von NRI, der auch wunderbar funktioniert. Er hat eine parallele Schnittstelle und gibt an dem entsprechenden Ausgang einen 100ms langen Impuls aus (der entprellt werden muss, Hinweis aus einem anderen Datenblatt einer anderen Firma aus Buxtehude), wenn eine Münze erkannt wurde. Außerdem kann man die Ausgänge auf low ziehen, um die zugehörige Münze zu sperren.

Hört sich alles sehr gut an, aber es gibt natürlich einen Haken: Der Prüfer nimmt nur 2€, 1€ und 50ct an. Damit ist er für den Süßigkeitenautomaten ungeeignet. Natürlich wäre er auch in der Lage, andere Münzen anzunehmen, aber das muss man ihm erst mal sagen. Zuerst habe ich den integrierten Teach-Mode ausprobiert. Eigentlich soll man die DIL-Schalter in eine bestimmte Stellung bringen, zehn neue Münzen einwerfen und dann müsste der Münzprüfer zur Bestätigung einmal klappern. Tut er aber nicht. Wahrscheinlich ist das auch eine von den Funktionen, die zwar im Datenblatt für die Serie stehen, die dieser bestimmte Prüfer aber grade nicht hat.

Also umprogrammieren. Dazu kann man bei NRI diverse lustige Geräte mit Knöpfen und bunten Lampen kaufen. Für den G-13.7001 bräuchten wir das WinEMP-Basismodul für 500€ und die Berechtigungslizenz für unseren Prüfer für weitere 500€. Und dann könnten wir das Gerät immer noch nicht mit unserem hochmodernen Palm-Device programmieren. Also scheidet der Münzprüfer endgültig aus. (Ja, man könnte über JTAG den Chip auslesen und foo damit machen, aber ein neuer Prüfer ist schneller da.)

Dieser Münzprüfer hat mittlerweile eine Bleibe im Daddelautomaten gefunden.

Ein NRI G-40 und ein EMP 911.13 V5 sind vorhanden, funktionieren aber nicht...

Multi Coin Acceptor

Diesen chinesischen Münzprüfer gibt es für 20€ bei eBay (nach "Multi Coin Acceptor" suchen). Er ist sehr günstig, extrem simpel anzusteuern und man kann beliebige Münzen anlernen. Die beiliegende Bedienungsanleitung ist nicht besonders aufschlussreich, aber wenn man rät, was er tut, tippt man richtig. :) Wer eine Schritt-für-Schritt-Anleitung braucht, wird seit ein paar Tagen auf Instructables fündig.

Banknotenprüfer

Es exstiert ein NSM Banknotenprüfer, Sach-Nr. 117 448. Viel mehr steht auf dem Ding nicht drauf. Vorn klebt noch ein gelber Aufkleber, auf dem "Löwen Entertainment" und eine leere Tabelle gedruckt sind. Offensichtlich ist NSM eine Schwesterfirma von Löwen Entertainment, die wiederum ihre eigenen Spielautomaten baut. Deshalb nehme ich mal an, dass dieser Banknotenprüfer hauptsächlich (oder auch nur) für die eigenen Geräte gebaut wurde. Und natürlich gibt es da auch kein Datenblatt für. Einzig und allein bei eBay gibt es einen Verkäufer, der für 5€ ein Handbuch in papierform verkauft. Das habe ich mir mal nicht gegönnt.

Stattdessen habe ich die Funktionen der Schalter und die Pinbelegung mit ein bisschen Durchmessen, Nachdenken und Mut zum Ausprobieren selbst herausgefunden:

DIL-Schalter

Auf der Platine befindet sich ein 8-poliger DIL-Schalter. Für den Automaten, in den das Gerät eigentlich hinein gehört, stehen alle Schalter bis auf Schalter 3 und 7 auf OFF. So steht es auf dem gelben Aufkleber und das scheint auch eine sinnvolle Einstellung zu sein.

Mit Schalter 7 kann man die Fadenerkennung an- und abschalten. Wenn der Banknotenprüfer einen Faden erkennt, wird der Schein 30 Sekunden lang einbehalten und erst dann wieder zurückgegeben. Habe ich ausprobiert (zwei Scheine gleichzeitig reingesteckt), funktioniert. Schalter 1 und 3 siehe #Small Talk.

Alle anderen Schalterstellungen machen entweder nichts oder ziehen unangenehme Klapper- und Blink-Orgien nach sich. Deshalb eher nicht zu empfehlen.

Pinbelegung

+-+
|o|   1 GND
|o|D  2 Annahme sperren (low-aktiv)
|o|   3 Komplett-Reset, entspricht Aus- und wieder Einschalten (low-aktiv)
|o|   4 TxD
|o|D  5 vermutlich RxD, s. u.
|o|   6 15-17V
+-+

lol, hihi |D

Small Talk

Geplaudert wird über die Serielle mit 9600 Baud. Bisher ist die Plauderei allerdings relativ einseitig. Ich kann zwar zuhören, aber alles, was ich sage, wird ignoriert.

Offensichtlich gibt es bei der Art des Protokolls zwei verschiedene Modi. Wenn Schalter 3 an ist, nenne ich den Modus mal "Normal". Man kann aber auch Schalter 3 ausschalten und stattdessen Schalter 1 einschalten. Nach einem Reset (oder einmal Stecker rausziehen) redet er dann im Modus - ich nenne ihn mal "Debug".

Protokoll-Modus: "Normal" (DEFEKT)

Protokoll-Modus "Normal"

Im normalen Modus zieht das Gerät den Schein nach innen, erkennt ihn (:SB<nummer>), wartet ein bisschen und schiebt ihn dann auf gleichem Wege wieder zurück. Deshalb vermute ich, dass der Prüfer auf den Befehl wartet, den Schein in die Kasse zu stopfen. Wenn der nicht kommt, fährt der Schein wieder zurück ans Tageslicht. Ich habe schon einiges, wie z. B. :ACK oder :HELP ausprobiert, das hilft aber alles nichts.

Ich habe also nicht den blassesten Schimmer einer Ahnung, was das für ein Protokoll ist. Davon gibt es zwar viele, aber die wenigsten sind für die Öffentlichkeit dokumentiert. Die Spezifikation von S2S kann man sich z. B. nur als als GSA-Mitglied (Gaming Standards Association) angucken. Auch wenn die Mitgliedschaft zu einem Schnäppchenpreis von ab $10,000 gehandelt wird, will ich aus Prinzip nicht Mitglied werden. Das wär' ja auch noch schöner!

Hier habe ich mal nacheinander jeweils zwei Mal 5€ (:SB6), 10€ (:SB7) und 20€ (:SB8) hineingeschoben und protokolliert, was der Prüfer dazu zu sagen hat:

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Mittlerweile habe ich diesen Modus kaputtgespielt. Der Banknotenprüfer sendet nur noch unvollständigen Matsch. Also muss ich auf den Debug-Modus zurückgreifen und einfach alle Scheine annehmen.

Protokoll-Modus: "Debug"

Protokoll-Modus "Debug"

Im Debug-Modus spricht der Prüfer weniger, sagt aber viel mehr. Und er spricht erstaunlicherweise auf deutsch:

Breite = 35
  WF 0B37
  WT 1V
  WR 0000
Ursache 06
Notenwert 6
Breite = 30
Breite = 32
  WF 07E8
  WT 2H
  WR 0000
Ursache 06
Notenwert 6
Breite = 25
  WF 1007
  WT 2H
  WR 0000
Ursache 06
Notenwert 7
Breite = 26
  WF 0B00
  WT 2H
  WR 0000
Ursache 06
Notenwert 7
Breite = 17
  WF 11B1
  WT 2H
  WR 0000
Ursache 06
Notenwert 8
Breite = 14
  WF 0EA5
  WT 2H
  WR 0000
Ursache 06
Notenwert 8

Ab und zu spinnt er zwischendurch auch noch Seemannsgarn:

 neue Fadenwert >161 >160
 neue Fadenwert >160 >161
 neue Fadenwert >161 >160
 neue Fadenwert >160 >161
 neue Fadenwert >161 >160
 neue Fadenwert >160 >161
 neue Fadenwert >161 >160

Diese Seite wurde zuletzt am 23. Oktober 2012 um 01:14 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 12.178 mal abgerufen.